Wie entstand die Physiotherapie?

Die Anfänge der Physiotherapie reichen weit in die Geschichte zurück. Bereits vor 4000 Jahren nutzten Menschen Thermal- und Mineralquellen zur religiösen, geistigen und magischen Reinigung des Körpers. In China gab es zu dieser Zeit sogar schon Schwitzbäder und verschiedene Massageformen. Auch in Griechenland wurde nicht nur aus hygienischen, sondern auch aus religiösen Gründen gebadet.

Die Medizin als Wissenschaft wurde jedoch erst durch Hippokrates (460-377 v. Chr.) begründet. Er entwickelte Sichtweisen auf den Menschen, die noch heute die Basis für verschiedene medizinische Heilberufe bilden. So betrachtete er den Körper als Organismus, Gesundheit als physisches und psychisches Gleichgewicht, und Krankheiten als Störungen dieses Gesamtzustandes.
Nach Hippokrates unterstützt die Natur die eigenen Heilkräfte des Menschen, und die Aufgabe d. Arztes ist es, die Natur zu unterstützen. Dabei muß er sowohl die Lebensweise, als auch die Klima- und Umwelteinflüsse als bedeutende Faktoren für die Entstehung von Krankheiten und die Wiederherstellung der Gesundheit einbeziehen.

In den nachfolgenden 2000 Jahren wurde mit dieser Grundidee nicht ernsthaft gearbeitet. Erst Paracelsus (1494-1541) ließ sich mehr auf diese Idee ein und behandelte Menschen mit Thermal- und Mineralbädern.
Im 17. Jahrhundert rückte sie weiter in den Vordergrund, und Mineralwässer, Hydrotherapie und Leibesübungen wurden zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts kam dann die Elektrobehandlung als Therapieform hinzu.

In Deutschland wurde die Hydrotherapie von Sebastian Kneipp (1821-1897) propagiert, der sie mit einem einfachen Lebenskonzept und pflanzlichen Medikamenten kombinierte. Kneipps Ideen fanden ihren den Weg auch an die Universitäten, und so wurde Physiotherapie ein Teil der Wissenschaft.

In der heutigen Zeit ist die Physiotherapie ein fester Bestandteil des Gesundheitswesens. Immer feinere und gezieltere Methoden werden benutzt, um Menschen dazu zu bewegen, ihre körpereigenen Heilkräfte zu fördern.