Was sind die Grundprinzipien der Osteopathie?

Der Grundgedanke der Osteopathie ist, dass der menschliche Organismus in all seinen Teilen beweglich ist – von Gelenken über Organe bis zur kleinsten Zelle. Ist die Bewegungsfreiheit des Körpers in irgendeinem Punkt gestört, kann es zu Schmerzen oder Erkrankungen kommen.
Aus diesem Grundgedanken leiten sich die vier Grundprinzipien der Osteopathie ab, die von Dr. Andrew Taylor Still entwickelt wurden.

Die Grundprinzipien der Osteopathie

Der Körper ist eine biologische Einheit
Der menschliche Körper ist eine Einheit, in der alle Strukturen und Funktionen untrennbar miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Teilbereiche dieser Einheit sind u.a. Bewegungsapparat, innere Organe und Schädel-Kreuzbein, aber auch die Psyche.
Weil alle Bereiche, Strukturen und Funktionen des Körpers miteinander verbunden sind, können Erkrankungen in einem Teil des Körpers ihren Ursprung in einem völlig anderen Teil haben. Eine schmerzende Schulter kann auch eine psychische Ursache haben und beispielsweise durch Stress ausgelöst werden.

Die Wechselwirkung zwischen Struktur und Funktion
Die Osteopathie unterscheidet zwischen Körperstrukturen (z. B. Knochen, Muskeln, Organe, Nerven, Körperflüssigkeiten) und Körperfunktionen (Durchblutung, Verdauung etc.). Struktur und Funktion beeinflussen sich gegenseitig und müssen daher stets gemeinsam betrachtet werden. So kann eine willkürliche Veränderung der Funktion (z. B. durch Fehlbelastung) die Struktur verändern (z. B. Kalkeinlagerungen bilden), während eine Veränderung der Körperstrukturen (z. B. durch einen Unfall) die Funktion beeinträchtigt.

Der arterielle Kreislauf
In einem gesunden Körper werden Gewebe und Zellen optimal mit Nährstoffen versorgt und Abfallprodukte schnell über das Venen- und Lymphsystem abtransportiert. Ist diese Versorgung gestört, weil die Mechanik der Arterien durch eine Blockade verändert wurde, wird auch der Stoffwechsel des Gewebes gestört, weil es zu wenig durchblutet wird.

Der Körper besitzt Selbstregulierende Mechanismen
Der Körper hat sehr effektive Selbstheilungskräfte und kann sich normalerweise selbst regulieren, heilen und gesund halten. Kleine Wunden heilen meist von selbst, Fremdkörper wie Bakterien und Viren werden erfolgreich bekämpft und störende Umwelteinflüsse wie Streß neutralisiert. Sind die Selbstheilungskräfte des Körpers gestört, versucht der Osteopath, sie wieder zu aktivieren und dadurch eine ganz natürliche Heilung zu erreichen.